3 April 2026

Der VfB Suhl in den Schlagzeilen

Es sind genau diese Momente, die zeigen, dass etwas Besonderes entsteht.

Wenn eine Mannschaft wie der VfB Suhl nicht nur sportlich überzeugt, sondern plötzlich auch überregional in den Fokus rückt, dann ist das mehr als nur eine Randnotiz. Es ist ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass Leidenschaft, Zusammenhalt und konstante Leistung gesehen werden – auch über die Grenzen der eigenen Halle hinaus.

Mit dem Bericht in der Sport-Bild über Mackenzie Foley bekommt nicht nur eine herausragende Spielerin die verdiente Aufmerksamkeit. Es ist zugleich eine Geschichte über einen Verein, der sich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet hat. Über eine Stadt, die vielleicht nicht zu den großen Metropolen zählt, aber im Volleyball längst ihren festen Platz gefunden hat.

Suhl steht inzwischen für mehr als nur einen Punkt auf der Landkarte. Es steht für Emotionen, für Kampfgeist – und für eine Halle, die in der Liga einen ganz besonderen Klang hat. Die Wolfsgrube ist kein gewöhnlicher Spielort. Sie ist ein Erlebnis. Laut, leidenschaftlich, mitreißend. Wer hier spielt, spürt sofort, dass Volleyball in Suhl mehr ist als nur ein Sport.

Dieser Bericht ist deshalb nicht nur eine Würdigung einer einzelnen Spielerin. Er ist eine Anerkennung für das, was in Suhl entstanden ist – auf dem Spielfeld, auf den Rängen und in einer gesamten Region, die hinter ihrem Team steht.

Bericht der Sport-Bild:

Überraschungs-Team Suhl kämpft um Volleyball-Titel

Sie sind die Mannschaft der Stunde und wollen nun Historisches schaffen. Die Volleyball-Bundesliga der Frauen geht in die ganz heiße Saisonphase. Vier Teams sind noch im Rennen um die Meisterschaft. Die Titel-Jagd in den Play-off-Halbfinals beginnt am Osterwochenende.

Mittendrin: der VfB Suhl. Den Pokal haben sich die Thüringerinnen Anfang März bereits sensationell geschnappt. Mit dem Rückenwind des Sieges über den amtierenden Meister MTV Stuttgart vor 12.000 Fans in Mannheim soll die Saison nun historisch werden – und erstmals das Double her! Im Play-off-Halbfinale um den Titel fordern sie keinen Geringeren als Rekordmeister SSC Palmberg Schwerin. Das erste Spiel steigt am Ostersamstag in der berüchtigten Festung „Wolfsgrube“ in Suhl mit ihren rund 2000 Plätzen.

Ein wichtiger Bestandteil des VfB-Erfolges: Sommer-Neuzugang Mackenzie Foley (24), die von der Universität in den USA (St. Cloud State University in Minnesota) in den Thüringer Wald kam. Die 1,86 Meter große Außenangreiferin spielt eine hervorragende Premieren-Saison, hat sich sofort als absolute Leistungsträgerin etabliert und zählt ligaweit zu den stärksten Akteurinnen auf ihrer Position. Foley und Suhl sind die Sensation der Volleyball-Bundesliga!

Obwohl sie sportlich keinerlei Anpassungsprobleme offenbarte, war der Schritt nach Europa für Foley persönlich ein großer, wie sie SPORT BILD verrät: „Die größte Umstellung für mich war definitiv die Distanz zu meiner Familie. Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu ihnen, deshalb sind die Entfernung und die sieben Stunden Zeitunterschied manchmal herausfordernd.“ Dennoch habe sie der Wechsel „persönlich wachsen lassen und unabhängiger gemacht.“ Foley ging in Iowa zur High School, ist das ländlichere Leben also durchaus gewohnt und hat ein Faible für Country-Lifestyle: Auf ihrem Instagram-Kanal teilte sie mehrfach Schnappschüsse als Cowgirl auf dem Winstock-Country-Festival im Minnesota. In Deutschland hat sie dafür Ersatz gefunden: Im Herbst schmiss sich „Kenzie“ ins Dirndl und besuchte das Oktoberfest in München.

Über den kommenden Gegner sagt Foley: „Ehrlich gesagt ist es schwer zu sagen, wer hier als Außenseiter gilt. In der Hauptrunde steht es 1:1 zwischen uns, daher sehe ich die Ausgangslage als ziemlich ausgeglichen. Beide Teams wissen, was sie voneinander erwarten können, und ich denke, es wird ein sehr umkämpftes Spiel von Anfang bis Ende.“ Ob in diesem Jahr tatsächlich das Double möglich ist? Foley: „Ich denke, dass diese Mannschaft zu etwas Besonderem fähig ist, aber gleichzeitig sind wir konsequent dabei geblieben, Schritt für Schritt zu denken – von Spiel zu Spiel, von Punkt zu Punkt.“ 

Heißer Kampf um Volleyball-Titel: Mackenzie Foley will den Rekordmeister rausschmettern

Das Gute für den VfB im Halbfinale: In der Hauptrunde ließ man als Zweiter die Schwerinerinnen (3.) hinter sich. Das bringt nun einen großen Vorteil. Suhl darf in der Best-of-3-Serie zuerst zu Hause ran. Heißt: Ein mögliches entscheidendes drittes Spiel würde wieder in eigener Halle stattfinden.

Dort sind die Schwarz-Gelben eine echte Macht. Ihre letzten 15 Pflichtspiele vor heimischem Publikum gewann der VfB allesamt. Darunter auch das Hauptrunden-Spiel gegen Schwerin im vergangenen Dezember (3:1). Welchen Anteil die eigenen Anhänger daran haben? Foley: „Unsere Fans spielen eine riesige Rolle für unsere Heimstärke. Suhl hat die leidenschaftlichste und engagierteste Fangemeinde, und die Atmosphäre, die sie in der Halle schaffen, ist während des gesamten Spiels spürbar. Das macht für uns als Spielerinnen einen großen Unterschied und sorgt definitiv auch für eine schwierige Umgebung für unsere Gegner.“

Es wird also hitzig werden am Samstag am Rennsteig. Davon wollen sich die Gegnerinnen aber nicht beeindrucken lassen. Palmbergs Außenangreiferin und Kapitänin Anne Hölzig auf der Klub-Webseite: „Suhl ist eine super Mannschaft, aber wir konnten sie zu Hause schon einmal schlagen. Wir werden uns gut vorbereiten.“ SSC-Zuspielerin Hannah Kohn sagt: „Wir haben nicht wirklich etwas zu verlieren, wir können pushen und befreit aufspielen.“ Der Kampf um die Volleyball-Krone, er ist eröffnet.