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Seit 1991
Volleyball-Geschichte aus Suhl

Leidenschaft, Tratition, Teamgeist

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Vier Kriterien – Warum der VfB Suhl LOTTO Thüringen Deutescher Meister und Pokalsieger im Volleyball der Frauen wurde

1. Die Mannschaft – Vom Außenseiter zum Spitzenteam gereift

Ausgangssituation:
Nach dem Weggang dreier Leistungsträgerinnen im Angriff – Anna Artyukh, Julia De Paula Viana und Jette Küpers – stand der VfB Suhl LOTTO Thüringen vor einer ungewissen Zukunft. Viele hatten das Team bereits abgeschrieben. Doch genau hier begann die Geschichte eines außergewöhnlichen Wandels. Ein stabiler Kern von sechs Spielerinnen blieb – ein Fundament, auf dem etwas Neues wachsen konnte.

Mit klarem Blick und Mut bewies das Management ein goldenes Händchen: Monika Brancuska, Makenzie Foley und Sanaa Dotson kamen – und sie lieferten. Nicht nur als Ersatz, sondern als echte Verstärkung, als Unterschiedsspielerinnen. Punkt für Punkt trugen sie das Team, brachten Energie, Leidenschaft und eine neue Dynamik aufs Feld. Schnell wurde klar: Diese Mannschaft passt – sportlich wie menschlich.

Teambildung:
Der Grundstein für diese Einheit wurde früh gelegt. Ein Trainingslager auf Zypern, ermöglicht durch einen engagierten Sponsor, schweißte das Team zusammen. Hier entstand mehr als nur Abstimmung – hier entstand Vertrauen.

Im Laufe der Saison formte sich eine klare Führungsstruktur. Kapitänin Roosa Laakkonen führte mit Ruhe und Präsenz, während Zuspielerin Lara Nagels zum emotionalen Motor wurde. Sie sprach, lenkte, motivierte – vor jedem Satz, nach jeder Auszeit, in jedem entscheidenden Moment. Sie hielt das Team zusammen, wenn es darauf ankam.

Und dann entwickelte sich etwas, das man nicht trainieren kann: eine unerschütterliche Siegermentalität. Diese Mannschaft wollte gewinnen – egal wie. Rückstände? Nur eine Herausforderung. Drucksituationen? Ihr Element. Spiele wurden gedreht, wenn alles verloren schien – beim Stand von 22:24, 23:24. Im Pokalhalbfinale. Im Finale. In Münster. Diese Momente waren keine Zufälle, sondern Ausdruck purer mentaler Stärke.

Der Sieg in Dresden, die dominanten Auftritte in Wiesbaden (3:0), Schwerin (3:0) und der dramatische Kampfgeist beim 3:2 – all das zeigte: Dieses Team ist gewachsen. Zusammen. Über sich hinaus.

Bemerkenswert war auch die Entwicklung einzelner Spielerinnen. Elisa Sambale und erneut Sanaa Dotson steigerten sich im Saisonverlauf spürbar und wurden in den entscheidenden Phasen zu tragenden Säulen.

Wie schon in der Vorsaison erreichte das Team seinen Höhepunkt genau dann, wenn es zählte. Doch diesmal war es mehr. Es war Reife. Es war Glaube. Es war ein Team, das sich selbst neu erfunden hat – und am Ende nicht nur Spiele gewann, sondern Geschichte schrieb: Deutscher Meister und Pokalsieger.

2. Trainer und Trainerteam – Die Architekten des Erfolgs

Die Aussagen von László Hollósy in einem Interview mit der Südthüringer Zeitung zeichnen das Bild eines Trainers, der sich auch in dieser Saison nicht nur als Taktiker, sondern als echter Entwickler von Menschen gezeigt hat. Seine persönliche Transformation spiegelt dabei nahezu perfekt den Weg des VfB Suhl LOTTO Thüringen wider: vom ambitionierten Außenseiter hin zu einem Team, das Titel nicht nur anstrebt, sondern sich holt.

Was sich durch die gesamte Saison zog – von den ersten Spielen bis hin zu den dominanten Auftritten in den Playoffs – war nicht allein ein funktionierendes System. Es war eine Haltung. Eine innere Überzeugung. Eine Mannschaft, die füreinander einsteht, die in Drucksituationen nicht zerbricht, sondern wächst. Genau diese Qualität entsteht nicht zufällig. Sie ist das Resultat eines Trainers, der verstanden hat, dass nachhaltiger Erfolg immer beim Menschen beginnt.

Hollósy hat erkannt, dass sich Spielergenerationen verändern – schneller, selbstbewusster, anspruchsvoller. Statt dagegen anzukämpfen, hat er seinen Führungsstil weiterentwickelt. Aus klarer Autorität wurde eine Balance aus Konsequenz, Kommunikation und Vertrauen. Seine „Strenge“ ist heute kein starres Konstrukt mehr, sondern Ausdruck eines klaren Leistungsanspruchs, der von den Spielerinnen nicht nur akzeptiert, sondern getragen wird.

Diese Entwicklung zeigte sich eindrucksvoll auf dem Spielfeld. Der VfB Suhl überzeugte in den entscheidenden Momenten nicht nur durch Technik, sondern durch mentale Stabilität. Ruhe bei eigenem Rückstand. Präzision im Angriff. Disziplin im Block. All das sind keine Zufallsprodukte – es sind sichtbare Ergebnisse eines Trainings, das fordert, fördert und gleichzeitig Sicherheit gibt. Hollósy schafft ein Umfeld, in dem Leistung nicht erzwungen wird, sondern entstehen kann.

Gerade in Spielen, in denen Suhl als Außenseiter galt, wurde diese Haltung zur Stärke. Die Mannschaft spielte mutig, fokussiert und kompromisslos – ein Spiegel ihres Trainers. Erfolg war hier kein Zufall, sondern das Ergebnis von Disziplin, Klarheit und der Bereitschaft, für jedes Detail zu arbeiten.

Rückblickend lässt sich festhalten: Die Entwicklung von László Hollósy ist untrennbar mit dem sportlichen Aufstieg des Vereins verbunden. Aus einem reinen Ergebnisdenker ist ein moderner Coach geworden, der Dynamiken erkennt, steuert und gezielt nutzt. Seine wichtigste Erkenntnis – dass echte Stärke im Team entsteht und nicht im Ego – hat er konsequent auf das Spielfeld übertragen. Genau das macht aus einer guten Mannschaft ein Meisterteam.

Doch zum Erfolg gehört mehr als nur der Cheftrainer. Hinter den Kulissen arbeitet ein Team, das diese Leistung erst möglich macht.

Co-Trainer und Athletikverantwortlicher Marco Ruiz Rubio ist dabei eine Schlüsselfigur. Er verbindet taktische Ideen mit körperlicher Leistungsfähigkeit – und schafft so die Grundlage für Konstanz auf höchstem Niveau. Seine Arbeit zeigt sich in der Explosivität im Angriff, in der Stabilität langer Ballwechsel und in der Fähigkeit, auch in intensiven Phasen der Saison physisch präsent zu bleiben. Gerade in den Playoffs wirkte der VfB Suhl frisch, belastbar und fokussiert – ein klarer Beleg für die Qualität seiner Arbeit.

Gleichzeitig ist Ruiz Rubio als Co-Trainer ein zentraler Sparringspartner für Hollósy. In der täglichen Zusammenarbeit entsteht ein Dialog, der das Team stetig weiterentwickelt. Taktische Feinabstimmung, Trainingssteuerung und Spielanalyse greifen ineinander – und schaffen ein Niveau, das sich in der Geschlossenheit der Mannschaft widerspiegelt.

Auch abseits des Spielfelds wird der Erfolg abgesichert. Physiotherapeut Sascha Schröder sorgt dafür, dass Leistung überhaupt möglich bleibt. In einer langen und intensiven Saison ist er derjenige, der im Hintergrund Stabilität schafft. Prävention, Regeneration und Behandlung gehen bei ihm Hand in Hand. Seine Arbeit zeigt sich nicht in Statistiken – sondern darin, dass Spielerinnen Woche für Woche ihr Leistungsniveau abrufen können.

Schröder ist dabei weit mehr als medizinischer Betreuer. Er ist Vertrauensperson, Ruhepol und ein wichtiger Teil der Teamstruktur. Gerade in engen Spielen, in denen Nuancen entscheiden, schafft er die Grundlage dafür, dass jede Spielerin an ihre Grenzen gehen kann.

Eine besondere Rolle nimmt zudem Jens Haferkorn ein – die organisatorische und emotionale Konstante im Hintergrund. Als Teammanager ist er weit mehr als Koordinator. Er ist das Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainerteam und Vereinsführung. Seine Arbeit beginnt lange vor dem ersten Aufschlag und endet oft erst nach dem letzten Punkt.

Haferkorn strukturiert Abläufe, organisiert Reisen, begleitet Transfers und sorgt dafür, dass sich die Spielerinnen voll auf ihre Leistung konzentrieren können. Doch seine eigentliche Stärke liegt in seiner Nähe zur Mannschaft. Er kennt die Dynamiken, spürt Stimmungen und greift genau dann ein, wenn Stabilität gebraucht wird.

Gerade in einer Saison voller Höhepunkte und Drucksituationen ist diese Rolle entscheidend. Haferkorn gibt dem Team Halt, schafft Vertrauen und sorgt dafür, dass im Hintergrund alles funktioniert. Er ist damit ein stiller, aber unverzichtbarer Faktor für den sportlichen Erfolg.

In der Gesamtbetrachtung wird deutlich: Der Triumph des VfB Suhl ist kein Einzelwerk. Er ist das Ergebnis eines perfekt abgestimmten Systems. Während auf dem Feld Emotion, Wille und Qualität sichtbar werden, sorgen im Hintergrund Kompetenz, Struktur und Vertrauen dafür, dass dieses Niveau überhaupt entstehen kann. Genau dieses Zusammenspiel macht aus einer starken Saison eine historische.

3. Fans und Zuschauer – Wenn Emotionen Spiele entscheiden

Die Anhänger des VfB Suhl LOTTO Thüringen sind nicht einfach nur Publikum – sie sind Herzschlag, Antrieb und manchmal sogar der unsichtbare siebte Spieler auf dem Feld. Wer ein Spiel in der Wolfsgrube erlebt, spürt sofort: Hier geht es um mehr als Volleyball. Hier entsteht eine Energie, die unter die Haut geht. Lautstark, leidenschaftlich und getragen von einer tiefen, fast familiären Verbundenheit zur Mannschaft.

Jeder Punkt wird zelebriert, jeder Ballwechsel mitgefiebert, jeder Satz zu einem emotionalen Auf und Ab, das die gesamte Halle durchzieht. In entscheidenden Momenten ist es genau diese Wucht von den Rängen, die den Unterschied macht. Wenn Spiele kippen, wenn aus Rückständen plötzlich Siege werden, dann ist es oft diese kollektive Kraft, die das Team trägt. Die Spielerinnen spüren das – und wachsen daran.

Die Wolfsgrube ist dabei weit mehr als nur eine Halle. Sie ist eine Festung. Eng, intensiv, gnadenlos laut. Die Nähe zum Spielfeld sorgt dafür, dass jede Aktion unmittelbar kommentiert wird – jeder Block, jeder Angriff, jeder Fehler. Für Gegner wird diese Atmosphäre schnell zur Belastungsprobe. Aufschläge verlieren an Präzision, Annahmen geraten ins Wanken, Abstimmungen brechen auseinander. Es ist nicht nur ein Spiel gegen ein Team – es ist ein Spiel gegen eine Wand aus Emotionen.

Doch die Stärke dieser Fans zeigt sich nicht nur zu Hause. Ein harter Kern reist der Mannschaft hinterher – egal wohin. Ob Bundesliga-Auswärtsspiel oder internationale Bühne im CEV-Pokal: Diese Gruppe ist da. Selbst in fernen Hallen wie in Bukarest verwandeln sie fremde Arenen in gefühlte Heimspiele. Mit Gesängen, Fahnen und unerschütterlicher Unterstützung geben sie dem Team das Gefühl, nie allein zu sein. Diese Loyalität ist außergewöhnlich – und sie prägt den Charakter des Vereins.

Ein besonderes Symbol dieser einzigartigen Fankultur ist die von Anhängern selbst betriebene Kneipe in der Wolfsgrube. Sie ist Treffpunkt, Rückzugsort und Feierzone zugleich. Hier beginnt der Spieltag – und hier endet er auch. Nach Abpfiff verschmelzen Fans und Mannschaft zu einer Einheit. Siege werden gemeinsam gefeiert, Emotionen geteilt, Geschichten erzählt. Und immer wieder kommen die Spielerinnen dazu, suchen den direkten Kontakt, sagen Danke.

Genau diese Nähe macht den Unterschied. Der VfB Suhl ist kein distanzierter Profiverein – er ist eine lebendige Gemeinschaft. Eine Verbindung aus Team und Fans, die sich gegenseitig trägt. Und genau deshalb können hier nicht nur Spiele gewonnen werden – hier entstehen Momente, die bleiben.

4. Vereinsführung und Helfer – Das Fundament des Erfolgs

Erfolge wie die Deutsche Meisterschaft und der Pokalsieg fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis harter Arbeit – auf dem Feld, aber vor allem auch dahinter. Und genau hier liegt das vierte, oft unterschätzte Kriterium: die Menschen, die im Hintergrund wirken und den Erfolg überhaupt erst möglich machen.

An der Spitze steht die Vereinsführung des VfB Suhl LOTTO Thüringen – allen voran Alexander Mantlik. Seit seiner Übernahme hat sich der Verein Schritt für Schritt entwickelt. Kein hektisches Handeln, keine kurzfristigen Entscheidungen – sondern ein klarer Plan, getragen von Geduld, Überzeugung und strategischem Denken. Mantlik hat Strukturen geschaffen, Vertrauen aufgebaut und den Verein in ruhiger, aber konsequenter Weise nach oben geführt.

Dass dieser Weg nun in der Deutschen Meisterschaft und dem Pokalsieg gipfelt, hat selbst innerhalb der Vereinsführung für Staunen gesorgt. Doch genau darin liegt die Stärke: Man hat nicht auf schnellen Erfolg gesetzt, sondern auf nachhaltige Entwicklung – und wurde am Ende belohnt. Gleichzeitig bringt dieser Triumph neue Herausforderungen mit sich. Internationale Wettbewerbe wie die Champions League stehen vor der Tür, organisatorische Anforderungen wachsen, Erwartungen steigen. Doch auch hier zeigt sich: Dieser Verein ist bereit, den nächsten Schritt zu gehen.

Hinter dieser Führungsebene steht jedoch ein Netzwerk aus Menschen, ohne die der Spielbetrieb nicht denkbar wäre: die ehrenamtlichen Helfer. Sie sind das unsichtbare Rückgrat des Vereins. Ob beim Aufbau der Halle, an den Kassen, bei der Einlasskontrolle oder in der medialen Begleitung – überall sind es engagierte Hände, die dafür sorgen, dass jedes Spiel reibungslos abläuft.

Sie stehen nicht im Rampenlicht, sie tauchen in keiner Statistik auf – und doch sind sie unverzichtbar. Ihre Arbeit beginnt oft Stunden vor dem ersten Aufschlag und endet lange nach dem letzten Punkt. Es ist Leidenschaft, die sie antreibt. Verbundenheit zum Verein. Der Wille, Teil von etwas Größerem zu sein.

Und dann sind da noch die Sponsoren – die stillen Möglichmacher im Hintergrund. Sie bilden die wirtschaftliche Basis, auf der dieser Erfolg überhaupt wachsen kann. Ohne ihre Unterstützung wären Verpflichtungen, Infrastruktur und professionelle Rahmenbedingungen nicht realisierbar. Sie investieren nicht nur Geld, sondern auch Vertrauen in den Verein und seine Entwicklung.

In der Gesamtbetrachtung wird klar: Der Erfolg des VfB Suhl ist kein Zufallsprodukt einzelner Faktoren. Es ist das Zusammenspiel aus Vision, harter Arbeit und echter Leidenschaft – getragen von Menschen, die oft im Hintergrund bleiben, aber im entscheidenden Moment den Unterschied machen.

Manchmal werden Geschichten wahr, die man kaum zu träumen wagt.

Es ist ein Abend, der in die Annalen eingeht. Ein Abend, an dem sich in der Wolfsgrube von Suhl all das entlädt, was sich über Monate aufgebaut hat. Hoffnung, harte Arbeit, unerschütterlicher Glaube – und am Ende pure Ekstase. Der VfB Suhl LOTTO Thüringen ist Deutscher Meister. Und nicht nur das: Nach dem Pokalsieg in Mannheim krönt sich dieses außergewöhnliche Team zum Double-Gewinner. Ein Triumph, der weit über Thüringen hinausstrahlt.

Schon lange vor dem ersten Aufschlag am 22. April liegt etwas Besonderes in der Luft. Die Wolfsgrube füllt sich früh, ungewöhnlich früh. Bereits eine Stunde vor Spielbeginn sind nahezu alle Plätze besetzt. Fahnen wehen, Trommeln hallen, Stimmen werden lauter. Es ist kein gewöhnliches Spiel – es ist ein Endspiel. Und als die Mannschaften das Feld betreten, verwandelt sich die Halle endgültig in ein Tollhaus. „VfB! VfB! VfB!“ dröhnt es von den Rängen, getragen von einer Energie, die man nicht beschreiben, sondern nur fühlen kann.

Doch diese Atmosphäre ist kein Zufallsprodukt. Sie ist Teil eines Gesamtkunstwerks, das sich über die gesamte Saison entwickelt hat. Trainer Laszlo Hollosy, der Taktiker an der Seitenlinie, hat nichts dem Zufall überlassen. Selbst am Morgen des entscheidenden Spiels bittet er seine Mannschaft noch einmal zur Videoanalyse. Jede Bewegung des Gegners wird seziert, jede Variante durchgespielt. Es ist diese akribische Vorbereitung, die den Grundstein für das legt, was folgen soll.

Und dann beginnt das Spiel.

Von der ersten Sekunde an ist spürbar: Diese Mannschaft ist entschlossen. Nicht nur fokussiert – entschlossen. In jedem Blick, in jeder Aktion liegt dieser unbedingte Wille, diese Meisterschaft nach Suhl zu holen.

Im Zentrum des Spiels agiert Lara Nagels – das Gehirn der Mannschaft. Sie dirigiert, organisiert, denkt voraus. Immer wieder sucht sie den Austausch mit ihren Mitspielerinnen, stimmt Laufwege ab, entscheidet in Sekundenbruchteilen, wie sie ihre Angreiferinnen auf Außen (M. Foley, S. Dotson, M.Brancuska) oder in der Mitte (R. Laakkone, L. Berger) in Szene setzt. Ihre Zuspiele sind präzise, variabel und oft unberechenbar für den Gegner. 

An ihrer Seite führt Kapitänin Roosa Laakkonen das Team emotional. Sie ist die Antreiberin, die Motivatorin. Die Liberas (E. Sambale, K-C. Lai) kämpften um jeden Ball in der Abwehr, brachte die Bälle zur Zuspielerin. Nach jedem Punkt klatscht sich die Spielerinnen ab. Diese Kombination aus strategischer Klarheit und emotionalen Feingefühl prägt das Spiel des VfB Suhl.

Und dann wird diese Dominanz auch auf der Anzeigetafel sichtbar.

Mit 3:0 (25:20, 25:16, 25:22) besiegt der VfB Suhl LOTTO Thüringen den Dresdner SC im entscheidenden dritten Finalspiel. Ein klares, ein beeindruckendes Ergebnis. Doch es ist mehr als nur ein Sieg – es ist ein Statement.

Denn was diesen Erfolg noch außergewöhnlicher macht: Es ist bereits der zweite 3:0-Erfolg gegen den Dresdner SC innerhalb weniger Tage in der Wolfsgrube. Zweimal innerhalb einer Woche wird einer der größten Namen im deutschen Volleyball klar und deutlich bezwungen. Ohne Satzverlust. Ohne Zweifel.

Der große Dresdner SC – eine Institution im deutschen Volleyball, ein Verein mit Tradition, mit Titeln, mit Strahlkraft – findet in Suhl keine Antwort. Und genau das macht diesen Triumph so besonders.

Es ist die Geschichte eines Underdogs, der sich nicht mehr versteckt. Der nicht nur mithält, sondern dominiert.

Auf dem Feld zeigt sich dabei die gesamte Entwicklung dieser Mannschaft. Jeder Spielzug wirkt durchdacht, jeder Angriff ist präzise vorbereitet. Die Spielerinnen haben sich im Laufe der Saison sichtbar gesteigert, ihre technischen Fähigkeiten verfeinert, ihr Zusammenspiel perfektioniert.

Doch es ist nicht nur die individuelle Klasse – es ist die mannschaftliche Geschlossenheit, die den Unterschied macht. Jede Spielerin arbeitet für die andere, jede übernimmt Verantwortung. Fehler werden gemeinsam getragen, Punkte gemeinsam gefeiert.

Und über allem steht diese unglaubliche Unterstützung von den Rängen.

Die Wolfsgrube bebt. Jeder Punkt wird frenetisch gefeiert, jede erfolgreiche Aktion nach vorne gepeitscht. Die Fans sind da, von der ersten bis zur letzten Sekunde. Sie klatschen, sie schreien, sie singen. „VfB! VfB! VfB!“ hallt es immer wieder durch die Halle.

Diese Unterstützung ist nicht nur laut – sie ist entscheidend. Sie gibt der Mannschaft Energie, trägt sie durch schwierige Phasen, verstärkt jeden positiven Moment.

Als sich das Spiel seinem Ende nähert, steigt die Spannung noch einmal spürbar an. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Finalspielen gibt es keine Unsicherheit. Keine Zweifel. Diese Mannschaft wirkt gefestigt, bereit, diesen letzten Schritt zu gehen.

Und dann ist es soweit.

Der letzte Ball von Sanaa Dotson an den Block der Dresdnerinnen fällt außerhalb des Spielfeldes. Für einen kurzen Millisekunde scheint die Zeit stillzustehen. Dann bricht alles heraus.

Jubel. Schreie. Tränen.

Spielerinnen fallen sich in die Arme, sinken zu Boden, lachen, weinen. Auf den Rängen gibt es kein Halten mehr. Menschen springen auf, umarmen sich, feiern diesen historischen Moment.

Der VfB Suhl ist Deutscher Meister.

Und mit diesem Titel ist es offiziell: Der VfB Suhl LOTTO Thüringen ist Double-Gewinner. Pokalsieg in Mannheim. Meisterschaft in Suhl. Zwei Titel in einer Saison.

Ein Erfolg, der im Sport nur wenigen gelingt.

Und dass ausgerechnet ein Verein aus einer vergleichsweise kleinen Stadt wie Suhl dieses Kunststück vollbringt, macht die Geschichte noch außergewöhnlicher. Während andere Clubs aus großen Volleyball-Hochburgen wie Dresden, Schwerin oder Stuttgart kommen, schreibt hier ein vermeintlicher Außenseiter Geschichte.

Es ist der Beweis dafür, dass Leidenschaft, Teamgeist und kluge Arbeit mehr wiegen können als große Namen oder große Budgets.

Dieser Triumph sendet ein Signal – an ganz Deutschland. Er zeigt, dass im Sport alles möglich ist. Dass auch ein Underdog die Spitze erreichen kann, wenn alles zusammenpasst.

Als sich die Emotionen langsam setzen, bleibt ein Gefühl, das schwer in Worte zu fassen ist. Stolz. Freude. Ungläubigkeit.

Die Bilder dieses Abends werden bleiben: die jubelnden Spielerinnen, die ekstatischen Fans, die Wolfsgrube als brodelndes Herz dieses Erfolgs.

Und mittendrin die Protagonisten dieser Geschichte: Lara Nagels, die das Spiel lenkte. Roosa Laakkonen, die ihr Team anführte. Laszlo Hollosy, der Stratege, dessen Plan aufgegangen ist.

Sie alle, die gesamte Mannschaft, Trainerteam, Vereinsführung, Fans haben ihren Anteil an diesem Triumph.

Ein Triumph, der mehr ist als ein Titel.

Er ist ein Kapitel Sportgeschichte. Ein Zeichen. Eine Inspiration.

Der VfB Suhl LOTTO Thüringen ist Deutscher Meister. Double-Gewinner. Und der Beweis, dass manchmal genau die Geschichten wahr werden, die man kaum zu träumen wagt.

Der VfB Suhl vor dem größten Triumph seiner Geschichte

Es war ein Abend, der sich tief in die Herzen der Fans eingebrannt hat. Ein Abend, an dem nicht nur ein Volleyballspiel entschieden wurde, sondern ein weiterer Schritt auf dem Weg zu etwas ganz Großem. Der VfB Suhl LOTTO Thüringen hat das zweite Finalspiel um die deutsche Meisterschaft beim Dresdner SC mit 3:2 gewonnen – und steht nun nur noch einen Sieg vor dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Doch dieses Spiel war weit mehr als ein bloßes Ergebnis. Es war ein emotionales Wechselbad, ein Kampf auf Augenhöhe, ein Spiel voller Wendungen – und am Ende ein Triumph des Willens, des Teamgeistes und der mentalen Stärke.

Ein holpriger Start – und ein erstes Ausrufezeichen

Der Beginn gehörte zunächst den Gastgeberinnen aus Dresden. Die Arena war laut, die Erwartungen hoch, und der DSC fand besser in die Partie. Suhl wirkte noch nicht voll auf Betriebstemperatur, leistete sich kleine Fehler, war in manchen Aktionen einen Tick zu zögerlich, glich bei 18:18 aus, führte danach kurz. Dresden brachte jedoch den ersten Satz mit 25:23 ins Ziel.

Doch schon in dieser Phase wurde deutlich: Diese Suhler Mannschaft lässt sich nicht abschütteln. Sie kämpft sich zurück, Punkt für Punkt, Ball für Ball. Es war der erste Beweis für das, was dieses Team in dieser Saison so besonders macht.

Ein zweiter Satz für die Geschichtsbücher

Was dann folgte, war Volleyball in seiner schönsten Form. Der VfB Suhl zeigte eine geschlossene, kämpferische Mannschaftsleistung. Jede Spielerin setzte sich für die andere ein. Sie warfen alles in die Waagschale, was möglich war. Der Matchplan war klar – und er wurde mit beeindruckender Konsequenz umgesetzt.

Von Beginn an übernahm Suhl die Kontrolle. Druckvolle Aufschläge, kompromisslose Angriffe, ein Block, der scheinbar überall war. Dresden fand kein Mittel mehr.

Der Live-Ticker fasste diese Phase perfekt zusammen:
„Bei VfB Suhl klappt gefühlt gerade alles. Blocks, Angriffe ... alles führt zum Erfolg.“

Und tatsächlich: Mit einem überragenden 25:11 zerlegte Suhl den Gegner förmlich. Ein Satz, wie man ihn in einem Finale nur selten sieht. Ein Statement. Ein Signal an ganz Volleyball-Deutschland.

Zwischen Euphorie und Gefahr

Doch Finals sind keine Einbahnstraße. Im dritten Satz zeigte sich, wie schmal der Grat zwischen Dominanz und Kontrollverlust sein kann.

Zunächst knüpfte Suhl an die Leistung aus dem zweiten Durchgang an. Druckvoll, konzentriert, zielstrebig. Beim Stand von 21:15 schien alles auf einen weiteren Satzgewinn hinauszulaufen. Die Thüringerinnen waren klar auf der Siegerstraße.

Doch dann schlich sich etwas ein, das in solchen Momenten oft entscheidend ist: der Gedanke an den Erfolg. Vielleicht nur ein kurzer Augenblick, ein unbewusster Moment des Innehaltens – doch er reichte aus, um den Rhythmus zu verlieren.

Dresden witterte seine Chance, kämpfte sich zurück, Punkt für Punkt. Die Halle wurde lauter, der Druck größer. Und plötzlich kippte das Spiel. Suhl verlor den Satz noch mit 26:24.

Hier offenbarte sich auch eine zentrale Gefahr für das kommende Heimspiel:
Dass die VfB-Frauen gedanklich bereits beim entscheidenden dritten Sieg sind. Genau diese Momente können Spiele drehen.

Charaktertest bestanden

Viele Mannschaften brechen nach einem solchen Satz ein. Sie verlieren den Faden, lassen sich von der Enttäuschung tragen. Doch nicht dieser VfB Suhl.

Was folgte, war ein beeindruckendes Zeichen mentaler Stärke.

Die Thüringerinnen schüttelten sich kurz – und nahmen wieder Fahrt auf. Mit klarem Kopf, abgestimmten Spielzügen und unerschütterlichem Teamgeist setzten sie Dresden erneut unter Druck.

Der vierte Satz wurde zu einer Demonstration ihrer Qualität. Schnell erspielten sie sich eine deutliche Führung, kontrollierten das Spielgeschehen und ließen keinen Zweifel daran, dass sie diesen Rückschlag nicht akzeptieren würden. Mit 25:14 ging der Durchgang klar an Suhl. 

Es war die Antwort einer Mannschaft, die gereift ist. Die gelernt hat, mit Rückschlägen umzugehen. Die an sich glaubt.

Tie-Break: Nerven aus Stahl

Der fünfte Satz – der Tie-Break – war dann der emotionale Höhepunkt dieses Abends. Ein Spiel im Spiel. Jeder Punkt ein kleines Drama.

Suhl erwischte den besseren Start, ging früh in Führung. Doch Dresden ließ sich nicht abschütteln. Immer wieder verkürzten die Gastgeberinnen, glichen aus, kämpften sich zurück.

Es war ein offener Schlagabtausch, geprägt von langen Ballwechseln, mutigen Angriffen und leidenschaftlicher Verteidigung.

Doch in diesen entscheidenden Momenten zeigte sich einmal mehr, was diese Saison des VfB Suhl auszeichnet: die Fähigkeit, genau dann die entscheidenden Punkte zu machen.

Und eine Spielerin ragte dabei besonders heraus: Monika Brancuska.

Sie war in dieser Phase schlicht überragend. Punkt um Punkt ging auf ihr Konto. Insgesamt erzielte sie acht der 15 Zähler im Tie-Break – eine Quote, die in einem Finale kaum zu überbieten ist.

Am Ende war es auch ihr Angriff, der den letzten Punkt brachte. Ein kraftvoller Schlag aus dem Hinterfeld, der die Dresdner Abwehr vor unlösbare Probleme stellte. 15:13 für Suhl. Sieg. 

Ein Sieg mit Signalwirkung

Dieser Erfolg war kein Zufall. Er war das Ergebnis harter Arbeit, klarer Strukturen und eines außergewöhnlichen Teamgeistes.

Der VfB Suhl zeigte über weite Strecken eine dominante Vorstellung. Während Dresden in den gewonnenen Sätzen hart kämpfen musste, spielte Suhl in seinen Durchgängen phasenweise wie entfesselt. 

Es war ein Sieg der Geschlossenheit. Eine Mannschaft, in der jede für jede kämpft. In der Individualität sich dem Team unterordnet. In der jede Spielerin bereit ist, den entscheidenden Schritt mehr zu gehen.

Die Wolfsgrube wartet

Nun liegt es an ihnen. Am Mittwoch, in der heimischen Wolfsgrube, haben die Suhlerinnen die Chance, Geschichte zu schreiben.

Die Halle wird beben. 1800 Zuschauer werden jeden Punkt begleiten, jeden Ballwechsel feiern, jede Aktion nach vorne treiben.

Doch bei aller Euphorie gilt es, fokussiert zu bleiben. Trainer László Hollósy bringt es auf den Punkt:
„Wir sind noch nicht Meister.“
Das Finalspiel muss erst noch gespielt werden.

Und genau darin liegt die Herausforderung.

Zwischen Traum und Realität

Der VfB Suhl steht am Rand eines sportlichen Märchens. Nach dem Pokalsieg könnte nun sogar das Double folgen.

Doch Finals schreiben ihre eigenen Geschichten. Dresden wird sich nicht kampflos geschlagen geben. Die Erinnerung an 2021, als der DSC nach einem 0:2-Rückstand noch Meister wurde, ist präsent.

Für Suhl bedeutet das: volle Konzentration. Kein Blick auf das, was sein könnte. Nur der Fokus auf den nächsten Punkt, den nächsten Ballwechsel, das nächste Spiel.

Fazit: Ein Team auf Mission

Dieses zweite Finalspiel hat alles gezeigt, was diesen VfB Suhl ausmacht:

  • Kampfgeist
  • Teamzusammenhalt
  • taktische Disziplin
  • mentale Stärke

Und vor allem: den unbedingten Willen, Geschichte zu schreiben.

Noch ein Schritt fehlt.

Ein letzter Sieg.

Ein letzter Abend.

Dann könnte ein Traum Wirklichkeit werden – in der Wolfsgrube, vor den eigenen Fans, getragen von einer Saison, die schon jetzt unvergesslich ist.

Spielplan Playoffs / 1. Bundesliga Frauen

Playoff-Viertelfinale - 2. Spiel

Playoff-Viertelfinale - 1.Spiel

Abschlußtabelle

Die Mannschaft des VfB Suhl LOTTO Thüringen

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Über mich – Meine Reise mit dem VfB Suhl LOTTO Thüringen

Meine Leidenschaft für den VfB 91 Suhl begann direkt nach dem Aufstieg in die 1. Volleyball-Bundesliga – vor über 23 Jahren. Seitdem durfte ich Höhen und Tiefen, große Siege und bittere Niederlagen hautnah miterleben.

Unvergessen bleibt für mich das legendäre Spiel 2004/2005 gegen Schwerin in der Wolfsgrube. Nach 0:2-Rückstand kämpfte sich das Team mit unglaublicher Leidenschaft zurück. Der dritte Satz ging 31:29 an Suhl – die Halle bebte, und am Ende stand ein Sieg, der bis heute nachwirkt. (Eine Zusammenfassung des Spiels findest du unter dem Beitrag.)

Auch der Pokalsieg 2008 sowie die weiteren Finalteilnahmen zeigen, wie viel Herz in diesem Verein steckt. Besonders bewegend war zudem die internationale Saison 2011/2012 mit dem Halbfinale im CEV Challenge Cup.

All diese Momente haben in mir einen Gedanken wachsen lassen:
Einen gemeinsamen Ort zu schaffen – als lebendiges Statement für den VfB Suhl LOTTO Thüringen.