26 March 2026

Playoff: VC Wiesbaden gegen VfB Suhl

VfB Suhl zieht mit beeindruckender Souveränität ins Halbfinale ein

Was für ein später Nachmittag. Was für ein Statement. Und was für eine Antwort auf all jene Momente, in denen es im ersten Spiel dieser Playoff-Serie noch kleine Unsicherheiten gab.

Der VfB Suhl LOTTO Thüringen steht erneut im Halbfinale der Playoffs der Volleyball-Bundesliga – und das völlig verdient. Mit einem klaren 3:0-Erfolg (25:14, 25:21, 25:13) beim VC Wiesbaden beendeten die Thüringerinnen die Viertelfinalserie und zeigten dabei eine Leistung, die kaum Fragen offenließ.

Doch dieses Spiel war mehr als nur ein weiterer Sieg. Es war ein Ausdruck von Reife, Entwicklung und dem klaren Willen, in dieser Saison noch Großes zu erreichen.

Schon beim Betreten der Halle am Platz der Deutschen Einheit war zu spüren, dass es für beide Teams um alles ging. Wiesbaden wollte erst einmal dieses Spiel gewinnen, um eventuell in einem dritten Match nach Jahren endlich wieder ins Halbfinale einziehen zu können. So kämpften die Hessinnen um jeden Ball und stemmte sich gegen das drohende Saisonende. Doch Suhl hatte an diesem Abend die besseren Antworten – von Beginn an.

Der erste Satz gehörte den Gästen aus Thüringen. Und das lag vor allem an einer Spielerin, die schon im Hinspiel das Spiel mitgeprägt hatte: Laura Berger. Was sie am Netz zeigte, war nicht weniger als dominant. Block um Block setzte sie, nahm den Wiesbadener Angreiferinnen den Mut und gab dem Suhler Spiel sofort Stabilität. Unterstützt von Monika Brancuska und Mackenzie Foley entwickelte sich ein druckvolles Angriffsspiel, das Wiesbaden früh in die Defensive zwang.

Doch dieser Abend war nicht nur geprägt von einzelnen starken Aktionen – er war das Ergebnis einer klaren Entwicklung innerhalb weniger Tage.

Der VfB Suhl fand nach dem etwas wackligen, aber gewonnenen Spiel vom Sonntag in der Wolfsgrube zurück zu seinen alten Stärken. Die Fehler aus dem ersten Playoff-Spiel wurden genau analysiert. Die Mannschaft wirkte wie neu justiert – fokussiert, klar in ihren Aktionen und mit einem deutlich sichtbaren Plan.

Mit starken Aufschlägen, kraftvollen und gezielten Angriffen sowie einer stabilen Annahme brachten die Suhlerinnen den VC Wiesbaden immer wieder in Bedrängnis. Besonders im Blockspiel zeigte sich erneut die Qualität dieses Teams – immer wieder griffen die Thüringerinnen zu, stoppten Angriffe und setzten damit ein klares Zeichen: Dieses Spiel soll hier entschieden werden.

Der erste Satz ging folgerichtig mit 25:14 an Suhl.

Im zweiten Durchgang versuchte Wiesbaden noch einmal, das Spiel zu drehen. Als Hannah Clayton mit einem Block gegen Sanaa Dotson punktete und Wiesbaden zwischenzeitlich ausgleichen konnte, keimte kurz Hoffnung in der Halle auf. Beim Stand von 16:16 schien das Spiel für einen Moment offen.

Doch genau in solchen Situationen zeigt sich die Stärke einer Top-Mannschaft.

Suhl blieb ruhig. Keine Hektik, keine Unsicherheit – stattdessen Kontrolle. Brancuska, Foley, Dotson übernahmen Verantwortung, setzten wichtige Punkte und führten ihr Team wieder auf Kurs. Auch wenn Wiesbaden kämpfte und versuchte, über Emotionen zurück ins Spiel zu finden, blieb der VfB stabil.

Selbst die im gesamten Spiel etwas höhere Fehlerquote bei den Aufschlägen konnte daran nichts ändern. Suhl war in den entscheidenden Momenten einfach präziser, entschlossener und konsequenter.

Der Satz ging mit 25:21 an die Thüringerinnen – und damit war die Vorentscheidung gefallen.

Im dritten Satz ließ Suhl dann keinen Zweifel mehr daran, wer dieses Spiel gewinnen würde. Früh setzte sich die Mannschaft ab, kontrollierte das Geschehen und spielte mit einer Klarheit, die beeindruckte. Über 7:3 und 12:9 zog der VfB davon, ehe spätestens beim 20:11 klar war: Dieses Spiel gehört dem VfB Suhl LOTTO Thüringen.

Vor 1.158 Zuschauern, darunter auch eine lautstarke Suhler Fangruppe, spielten die Thüringerinnen den Satz souverän zu Ende und machten mit 25:13 den Halbfinaleinzug perfekt.

Was dieses Spiel besonders macht, ist die mannschaftliche Geschlossenheit, die der VfB an den Tag legte. Jede Spielerin kann Akzente setzen, jede übernimmt Verantwortung, wenn es nötig ist. Genau das bestätigten auch die Stimmen aus der Mannschaft.

Monika Brancuska brachte es nach dem Spiel auf den Punkt:
„Vom vergangenen Sonntag haben wir gelernt, dass wir unser Spiel von Anfang an spielen müssen. Auf dieses zweite Spiel haben wir uns gut vorbereitet und die richtigen Lehren gezogen.“

Und auch Mackenzie Foley unterstrich die Entwicklung:
„Wir haben verstanden, dass wir von Anfang an unseren Druck durchhalten müssen. Jetzt im Halbfinale zu stehen, ist ein richtig schönes Gefühl.“

Auch von außen wird diese Leistung ähnlich bewertet. Während Wiesbaden für seinen Kampfgeist und seine Moral Anerkennung erhält, wird Suhl vor allem für seine Effizienz, Stabilität und taktische Klarheit gelobt. Der VfB nutzte seine Chancen konsequent, agierte reifer und ließ dem Gegner über weite Strecken kaum Raum zur Entfaltung.

Am Ende steht ein Sieg, der nicht nur das Halbfinalticket sichert, sondern auch ein klares Signal an die Konkurrenz sendet.

Der VfB Suhl LOTTO Thüringen ist bereit.

Bereit für die nächste Runde.
Bereit für ein weiteres große Spiel.
Und bereit, diese außergewöhnliche Saison weiterzuschreiben.