16 March 2026

Ladies in Black gegen VfB Suhl

Suhl belohnt sich in Aachen – Ein Sieg, der mehr bedeutet als nur drei Punkte

Es war angerichtet für ein echtes Finale der Hauptrunde. Ausverkaufte Halle, spürbare Spannung und zwei Teams, die wussten, was auf dem Spiel steht. Der VfB Suhl LOTTO Thüringen trat bei den Ladies in Black Aachen an – mit einem klaren Ziel vor Augen: den Traum vom zweiten Tabellenplatz Wirklichkeit werden zu lassen.

Und Suhl begann, als hätte diese Mannschaft genau diesen Moment herbeigesehnt.

Mit beeindruckender Konzentration und enormem Druck im Aufschlag setzte der VfB sofort ein Zeichen. Schnell erspielten sich die Thüringerinnen eine klare Führung, dominierten die Ballwechsel und ließen Aachen kaum zur Entfaltung kommen. Punkt für Punkt wuchs der Vorsprung – bis der erste Satz nach nur 18 Minuten deutlich mit 25:13an Suhl ging. Ein Auftakt, der Selbstvertrauen gab und zeigte, welche Qualität in diesem Team steckt. 

Doch dieses Spiel war weit davon entfernt, ein Selbstläufer zu werden.

Im zweiten Satz kippte das Geschehen plötzlich. Aachen kämpfte, spielte mutiger, während beim VfB die Leichtigkeit verloren ging. Fehler schlichen sich ein, Angriffe fanden nicht mehr ihr Ziel. Suhl wirkte kurzzeitig wie aus dem Rhythmus geraten – und musste den Satz deutlich mit 15:25 abgeben. 
Ein Rückschlag, der das Spiel wieder völlig offen machte – und die Nervenprobe begann.

Was dann folgte, zeigte die wahre Stärke dieser Mannschaft.

Der dritte Satz begann erneut vielversprechend, doch plötzlich geriet Suhl ins Hintertreffen. Nach einer 4:2-Führung folgten sieben Punkte in Serie für Aachen – 4:9. Ein Moment, in dem Spiele kippen können. Ein Moment, in dem sich entscheidet, ob ein Team zerbricht oder wächst.

Trainer Laszlo Hollosy reagierte früh, nahm emotionale Auszeiten – und erreichte seine Mannschaft. Was danach passierte, war eine beeindruckende Aufholjagd. Mit Kampfgeist, Entschlossenheit und neu gewonnener Klarheit drehte Suhl den Satz, arbeitete sich Punkt für Punkt zurück und sicherte sich schließlich mit 25:19 die erneute Führung. 

Plötzlich war sie wieder da – diese Energie, diese Überzeugung.

Getragen von dieser Wende startete der VfB stark in den vierten Satz. Die Aktionen wurden klarer, das Spiel dominanter. Aachen hielt dagegen, doch die Widerstandskraft bröckelte zunehmend. Suhl spielte nun mit Selbstvertrauen, mit Druck und mit dem unbedingten Willen, dieses Spiel nach Hause zu bringen.

Die Halle war laut, doch der Suhler Fanblock setzte immer mehr Akzente. Jeder Punkt wurde gefeiert, jede Aktion getragen. Auf dem Feld zeigte der VfB genau das, was ihn in dieser Saison auszeichnet: Geschlossenheit, Stärke und den Glauben an sich selbst.

Mit 25:15 ging auch der vierte Satz an Suhl – und damit der verdiente 3:1-Auswärtssieg nach 85 intensiven Minuten. 

Doch dieser Abend war noch nicht vorbei.

Denn während die Suhlerinnen ihre eigene Aufgabe erfüllt hatten, lief parallel das entscheidende Duell um die Tabellenplätze. Als feststand, dass Stuttgart Schwerin mit 3:2 besiegt hatte, war klar: Der VfB Suhl LOTTO Thüringen beendet die Hauptrunde auf dem zweiten Platz – die beste Platzierung der Vereinsgeschichte.

Ein Erfolg, der für harte Arbeit, Entwicklung und Teamgeist steht.

Dieses Spiel in Aachen war mehr als ein Sieg. Es war ein Beweis. Ein Beweis dafür, dass diese Mannschaft auch unter Druck liefert, Rückschläge verarbeitet und im entscheidenden Moment über sich hinauswächst.

Mit diesem Rückenwind geht Suhl nun in die Playoffs.
Und eines ist sicher: Diese Mannschaft ist bereit.