Volleyball-Bundesligist VfB Suhl verliert sein erstes Heimspiel der Saison. Gegner Dresdner SC ist wieder einmal stärker.
Dritter der Meisterschaft aus dem vergangenen Jahr gegen den amtierenden Pokalsieger, Vizemeister und frisch gekürten Supercupsieger. Was auf dem emotionslosen Papier einfach VfB Suhl gegen Dresdner SC hieß, versprach jedoch Volleyball vom Feinsten.
Aber hielt das erste Heimspiel, das die Suhlerinnen mit 2:3 (20:25, 25:19, 25:18, 22:25, 13:15) verloren auch, was es versprochen hatte? Denn Feinschmecker-Volleyball war es, zumindest aus Sicht der Gastgeberinnen, zunächst nicht. Sie taten sich spürbar schwer, den Angriffen des Gegners etwas Gleichwertiges entgegen zu setzen. Ausgerechnet Diagonalangreiferin Monika Brancuska, die sich beim 3:0-Erfolg des VfB am vergangenen Sonntag bei Aufsteiger Borken noch mit 22 Punkten hervorgetan hatte, schwächelte und musste ausgewechselt werden.
Im zweiten Satz lief es besser für das VfB-Team, das nun auch wieder als Einheit agierte und sich über seine neue Lebensversicherung namens Monika Brancuska immer wieder kleinere Punkteserien sicherte. Im Verbund mit Kapitänin Roosa Laakkonen und Laura Berger lief das Suhler Entschärfungskommando gegen die Angriffe von Dresdens neuer Außenangreiferin Miku Akimoto richtig heiß. Suhl in der vergangenen Saison in allen Spielen, ob in der Liga oder im Pokal, den Dresdnerinnen unterlegen, war jetzt wieder drin im Spiel, das quasi von vorn begann.
Für die Gastgeberinnen begann es nach Wunsch. Mit einer erneut starken Kombo aus Zuspielerin Lara Nagels, den beiden Mittelblockerinnen Berger und Laakkonen sowie Brancuska stellten sie schnell, spätestens aber beim 16:10-Zwischenstand, die Weichen auf Sieg. Dresden setzte zwar über Marta Levinska, sie hatte dem VfB Suhl vergangene Saison das Leben so so schwer gemacht, einige Nadelstiche – richtig gefährlich wurden die Gäste aber nicht mehr. Im vierten Satz aber kamen sie zurück, mit Einsatz, Spielwitz und Durchschlagskraft zogen sie nun den Suhlerinnen den Zahn. Die wehrten sich zwar nach Kräften – allein es reichte jetzt nur noch sich in den Tiebreak zu retten.
Der hielt noch einmal, was das Papier versprochen hatte. Tolle Spielzüge, Kampf auf beiden Seiten und jede Menge Emotionen. Den traurigeren bei den Suhlerinnen.
Noch einmal eine Einschätzung!
Ihre Sicherheit, unsere Priorität.“ Oder: „Zukunftsorientiert: Für ein sorgenfreies Morgen.“ Auch gerne genommen: „Umfassender Schutz: Für alle Lebenslagen versichert.“
Die Liste gängiger Floskeln und Werbeversprechen von Versicherungsunternehmen ließe sich beliebig fortsetzen. Für Volleyball-Bundesligist VfB Suhl Lotto Thüringen scheint die Verpflichtung von Monika Brancuska aber tatsächlich eine lohnenswerte Investition in die Zukunft zu sein, zumal die Tschechin im Sommer gleich einen Vertrag bis 2027 unterschrieb. „Ich?“ Eine Lebensversicherung? Nein, zu einem Team gehören immer alle Spielerinnen, auch ich kann nur gut sein, wenn die Mannschaft hinter mir steht“, sagte Brancuska nach dem ersten Heimspiel des VfB am Samstagabend in der Suhler Wolfsgrube.
Das hatte ihr neues Team zwar denkbar knapp mit 2:3 (20:25, 25:19, 25:18, 22:25, 13:15) gegen den Dresdner SC verloren – nach kleinem Leistungstief im ersten Satz zeigte Brancuska aber, warum VfB-Teammanager Jens Haferkorn und Cheftrainer Laszlo Hollosy sie unbedingt nach Suhl holen wollten. Brancuska: „Eine Diagonalangreiferin steht immer irgendwie im Mittelpunkt eines Volleyballspiels, klar, aber noch einmal: Es geht nur zusammen.“
Dieses Zusammen, diese Teamleistung strich auch Hollosy noch einmal heraus. Nachdem er sich im Auftaktspiel am vergangenen Sonntag bei Aufsteiger Borken seine Startformation durchspielen ließ, kamen diesmal alle seiner zwölf Spielerinnen zum Einsatz. „Heute war wichtig, dass wir so eine gute Bank haben, dass ich nahezu gleichwertig wechseln kann“, meinte der Ungar. Hollosy hatte Brancuska gegen Ende des ersten Satzes, als die Nervosität bei ihrem ersten Auftritt in der Suhler Halle wohl noch von ihr Besitz ergriffen hatte, für Hannah Hartmann ersetzt. „Es war ihr erstes Spiel vor einer derart euphorischen Kulisse“, so Hollosy: „Und sie wusste auch, dass die Dresdnerinnen sie auf dem Kieker haben.“t
Waibl: Block entscheidet den Tiebreak
Insgesamt wusste Hollosy nach dem nervenaufreibenden Fünf-Satz-Krimi nicht so recht, wohin mit seinen Gefühlen. War sein Glas nun halb voll oder doch halb leer? „Ich bin glücklich über das gute Level, das wir gespielt haben.“ Das Ergebnis, das wusste er, hätte leicht auch 3:1 für seine Mannschaft lauten können. Waren doch Kapitänin Roosa Laakkonen und Co. doch drauf und dran, dem verlorenen Auftakt drei Gewinnsätze folgen zu lassen. Mit einer erneut starken Kombo aus Zuspielerin Lara Nagels, den beiden Mittelblockerinnen Laura Berger und Laakkonen sowie Brancuska stellten sie schnell, spätestens aber beim 16:10-Zwischenstand, die Weichen auf Sieg, nachdem sie schon den zweiten Satz für sich entscheiden konnten. Dresden setzte zwar über Marta Levinska, sie hatte dem VfB Suhl vergangene Saison das Leben so so schwer gemacht, einige Nadelstiche – richtig gefährlich wurden die Gäste aber nicht mehr.
Im vierten Satz aber kamen sie zurück, mit Einsatz, Spielwitz und Durchschlagskraft zogen sie nun den Suhlerinnen den Zahn. Die wehrten sich zwar nach Kräften – allein es reichte jetzt nur noch sich in den Tiebreak zu retten. Hier war noch einmal alles drin – tolle Spielzüge, Kampf auf beiden Seiten und jede Menge Emotionen. Den traurigeren bei den Suhlerinnen.
Suhls wertvollste Spielerin des Abends, Außenangreiferin Sanaa Dotson, sagte: „Trotz der Niederlage hat es Spaß gemacht, vor dieser Kulisse zu spielen. Leider haben wir am Ende einige Fehler zu viel gemacht.“ „Im Tiebreak hat der Block entschieden“, war sich Dresdens Cheftrainer Alexander Waibl sicher, warum das Pendel in der entscheidenden Phase auf der Seite seines Teams ausschlug. „Für uns ist das ein bedeutender Sieg. Suhl hat uns im zweiten und dritten Satz mit den Aufschlägen ordentlich unter Druck gesetzt.“