26 November 2025

CEV Europa-Pokal: VfB Suhl gegen Dinamo Bukaresti

Das CEV-Pokalspiel zwischen dem VfB 91 Suhl und Dinamo București, das im Vorfeld als völlig offenes Duell eingeschätzt worden war, endete mit einem eindrucksvollen 3:1-Erfolg für die Thüringerinnen. Von Beginn an zeigte sich, wie sehr Volleyball auch im Kopf entschieden wird. Die Gäste aus der rumänischen Hauptstadt schienen zunächst zu unterschätzen, was eine Mannschaft aus einer kleinen Stadt mit gerade einmal 39.000 Einwohnern leisten kann. Doch noch bevor Dinamo richtig im Spiel angekommen war, leuchtete ein überraschendes 6:0 für Suhl auf der Anzeigetafel.

Erst zur Mitte des ersten Satzes fanden die Rumäninnen zu ihrer gewohnten Stärke zurück. Mit wachsendem Selbstvertrauen begegneten sie dem VfB91Suhl nun auf Augenhöhe, und die Partie entwickelte sich zu einem intensiven Schlagabtausch. Suhl wiederum zeigte, dass es für schnelle, knapp über das Netz gezogene Aufschläge und wuchtige Angriffsbälle bestens vorbereitet war. Mit einer stabilen Annahme und cleveren Blockaktionen parierten die Gastgeberinnen vieles, auch wenn nicht jeder der kraftvollen Spikes der Gäste zu entschärfen war. Als Dinamo beim 23:22 gefährlich nahe kam, übernahmen Mackenzie Foley und Monika Brancuska die Verantwortung und brachten den Satz mit entschlossenem Auftreten nach Hause.

Der zweite Satz begann mit einem Rückschlag: Suhl lag 11:13 zurück, nachdem Oleksandra Milenko – vor der man im Thüringer Lager im Vorfeld ausdrücklich gewarnt hatte – mehrfach punktete. Doch erneut zeigte sich, wie wichtig mentale Stärke im Volleyball ist. Die Suhlerinnen sammelten sich, fanden über Brancuskas beeindruckende Aktionen zurück ins Spiel und glichen beim 20:20 aus. Kapitänin Roosa Laakkonen setzte schließlich mit Entschlossenheit den Schlusspunkt.

Dinamo gab sich jedoch nicht geschlagen und sicherte sich den dritten Satz. Der mehrfache rumänische Pokalsieger bewies, dass noch reichlich Qualität im Kader steckt und erinnerte an seine europäischen Auftritte wie die Champions-League-Teilnahme 2012/13. Die Zuschauer spürten längst, dass es ein langer Abend werden könnte.

Doch Suhl hatte mehr als nur spielerische Mittel: Die frenetische, leidenschaftliche Fangemeinschaft wurde im Verlauf des Abends zunehmend zum entscheidenden Faktor – besonders in engen Momenten am Satzende oder wenn der VfB im Rückstand lag. Jedes erfolgreiche Blockduell, jeder abgewehrte Ball und jeder Punkt wurde getragen von einem Publikum, das nahezu elektrisierend wirkte. Gegen Ende der Sätze schien dieser Druck den Rumäninnen spürbar zuzusetzen.

Im vierten Durchgang fand Suhl endgültig den Zug, der sich nicht mehr bremsen ließ. Über eine 22:18-Führung hinweg dominierten die Gastgeberinnen, Sanaa Dotson wuchs jetzt regelrecht über sich hinaus. Den letzten Punkt bescherte schließlich ein Fehlaufschlag der Gäste, nachdem Ana-Cristina Miron zuvor Suhls Matchball erzwungen hatte.

Der VfB 91 Suhl zeigte an diesem Abend, was man erreichen kann, wenn spielerische Qualität, mentale Stärke und ein mitreißendes Publikum zusammentreffen – und setzte damit ein deutliches Ausrufezeichen im Europapokal.