28 December 2025

VfB Suhl gegen Ladies Black Aachen

VfB Suhl ringt Aachen in einem Volleyball-Krimi nieder

Es war einer dieser Volleyballabende, die lange nachhallen – weil sie alles boten, was diesen Sport so besonders macht: Emotionen, Dramatik, Leidenschaft, Zweifel und am Ende pure Erleichterung. Der VfB Suhl Lotto Thüringenverabschiedete sich mit einem hart erkämpften 3:2-Heimsieg gegen die Ladies in Black Aachen aus dem Volleyballjahr – und tat dies auf eine Weise, die niemanden in der Wolfsgrube kaltließ. 

Vor rund 1.500 Zuschauern entwickelte sich ein Spiel, das auf dem Papier zwar zwei Punkte für Suhl brachte, in Wahrheit aber ein echter Kraftakt war. Ein Duell, das weniger von spielerischer Dominanz als vielmehr von mentaler Stärke, Moral und Durchhaltevermögen geprägt war. Suhl wollte mit einem Sieg Platz zwei festigen – Aachen wollte zeigen, warum es völlig zu Recht im oberen Tabellendrittel steht. Beide Ziele prallten mit voller Wucht aufeinander.

Dabei begann alles verheißungsvoll aus Suhler Sicht. Der erste Satz war ein Statement. Mit Druck im Aufschlag, stabiler Annahme und klarer Struktur im Angriff setzte sich der VfB mit 25:18 durch. Die Halle war da, die Mannschaft schien angekommen, der Jahresabschluss schien planbar. Doch genau das sollte sich schnell ändern. In den folgenden Sätzen schlichen sich ungewohnt viele Eigenfehler ein. Abstimmungen passten nicht, die letzte Konsequenz im Angriff fehlte, die Sicherheit war weg. Aachen nutzte das eiskalt aus und glich mit einem knappen 26:24 zum 1:1 aus.

Was folgte, war ein Spiel auf Messers Schneide. Suhl fand im dritten Satz noch einmal zurück in die Spur und gewann erneut deutlich mit 25:18 – auch begünstigt durch den verletzungsbedingten Ausfall von Aachens Zuspielerin Corina Glaab, der das Spiel sichtbar beeinflusste. Doch wer dachte, Aachen würde daran zerbrechen, täuschte sich. Im Gegenteil: Die Gäste zeigten beeindruckende Moral, kämpften um jeden Ball und rissen den vierten Satz mit 25:20 an sich. Die Wolfsgrube spürte: Dieses Spiel würde nicht ohne Drama enden.

Der Tiebreak wurde zum Sinnbild dieses Abends. Nervosität lag in der Luft, die Emotionen kochten auf den Rängen und auf dem Feld. Beide Teams schenkten sich nichts, jede Aktion hatte Gewicht. Aachen kam mehrfach zurück, Suhl wankte – fiel aber nicht. Beim Stand von 13:13 hielt niemand mehr den Atem an, sondern die Spannung war überall zu spüren. Die Fans des VfB Suhl gaben alles. Zwei letzte, entscheidende Aktionen kippten das Spiel zugunsten des VfB. Nach 110 Minuten war es geschafft: 15:13 im fünften Satz, Sieg, Jubel, Erleichterung.

Es war kein glanzvoller Erfolg, kein spielerisches Feuerwerk. Aber es war ein Sieg der Moral. Ein Sieg, der zeigte, dass diese Mannschaft auch dann bestehen kann, wenn nicht alles läuft. Suhl bewies mentale Stärke, auch wenn spielerisch vieles Stückwerk blieb. Gleichzeitig verdienten sich die Ladies in Black großen Respekt. Trotz Verletzung, Rückschlägen und Auswärtsspiel in einer der emotionalsten Hallen der Liga nahmen sie einen hochverdienten Punkt mit – einen Punkt, der mehr ist als nur Statistik.

Für den VfB bedeutet dieser Sieg momentan Rang zwei zum Jahresende, ein starkes Signal im Kampf um die Playoff-Plätze – aber auch eine klare Mahnung. Die Konkurrenz ist wach, Fehler werden bestraft, und Siege müssen erarbeitet werden. Genau das machte diesen Abend so wertvoll: Er war unbequem, anstrengend, nervenzehrend – und gerade deshalb so bedeutend. Mit diesem Gefühl, irgendwo zwischen Erleichterung und Erkenntnis, geht Suhl in die Pause. Wissend, dass solche Abende am Ende der ersten Halbserie den Unterschied machen können.