Suhl im Rausch! Der VfB stürmt nach epischem Derby ins PokalfinaleJaaaaa! Die Wolfsgrube bebt – VfB Suhl ringt Dresden nieder und greift nach der Pokalkrone
Jaaaa! Es war einer dieser magischen Abende, an denen die Luft in der Wolfsgrube vibrierte, an denen jede Rally, jeder Block, jeder Schmetterball das Publikum näher an den Rand des emotionalen Wahnsinns trieb. Der VfB Suhl Lotto Thüringen hat es tatsächlich geschafft: Finale! Zum ersten Mal seit der Saison 2013/14 kämpft Suhl wieder um die Pokalkrone – und wie dramatisch dieser Weg dorthin war, lässt sich kaum in Worte fassen.
Schon der erste Ballwechsel verriet, dass es ein langer, intensiver Abend werden würde. Beide Mannschaften kennen sich aus der Bundesliga, beide spielen auf Augenhöhe, beide wollten unbedingt nach Mannheim. Und genau so fühlte sich dieses Ostderby an: ein Schlagabtausch zweier Teams, die sich nichts schenken wollten. Der VfB erwischte den besseren Start, führte 6:2, doch Dresden kämpfte sich Schritt für Schritt zurück. Niemand konnte sich absetzen – die Führung wechselte ständig, die Spannung stieg mit jedem Punkt.
Dann begann das Drama um Satzbälle. Vier Stück hatte Suhl: 24:23, 25:24, 26:25, 27:26. Vier Mal war die Wolfsgrube bereit zu explodieren. Vier Mal fehlte ein einziger Punkt. Doch als Dresden den ersten eigenen Satzball bekam, nutzten sie ihn – 29:27. Bitter, unglücklich, aber kein Grund für den VfB, den Kopf hängen zu lassen.
Im Gegenteil. Der zweite Satz wurde zu einer Demonstration. Suhl spielte wie entfesselt, führte zeitweise mit sieben, acht Punkten. Die Annahme stabil, das Zuspiel präzise, der Angriff brachial. Monika Brancuska, die aktuell über allem schwebende Top-Scorerin der Bundesliga, lieferte Punkt um Punkt. Mackenzie Foley und Sanaa Dotson setzten immer wieder Akzente, während im Mittelblock Roosa Laakkonen und Laura Berger Lücken rissen, Räume schufen und selbst wichtige Punkte beisteuerten. Hinter all dem: eine glänzend aufgelegte Lara Nagels, die ihr Team mit Übersicht und Mut führte. Satz zwei? 25:20 – und völlig verdient.
Der dritte Satz setzte diese Geschichte fort. Suhl dominierte, spielte mit Kraft, Präzision und einer riesigen Portion Emotion. Die Fans trugen die Mannschaft auf einer Welle, jede Abwehraktion von Emma Sabale oder Xiang-Chen Lai wurde gefeiert, als wäre es der Matchball. 25:18 – Suhl war nun endgültig im Spiel angekommen.
Doch wie so oft gegen den Dresdner SC wurde dieses Pokalduell ein Drama in fünf Akten. Der vierte Satz brachte einen Bruch. Suhl leistete sich zu Beginn einige vermeidbare Fehler, Dresden roch sofort Blut. Punkt um Punkt wuchs deren Selbstvertrauen, die Angriffe kamen druckvoller, die Blocks standen stabiler. 25:16 – ein deutlicher Satz, der alles wieder auf Null setzte. Wieder einmal musste der Tiebreak entscheiden, wie schon so oft zwischen diesen beiden Vereinen.
Die Spannung war jetzt kaum mehr auszuhalten. Suhl legte vor, Dresden antwortete. Beim 8:7 für Suhl wurden die Seiten gewechselt, kurz darauf stand es 12:12. Jede Rally war nun ein kleines Epos, pure Nervenanspannung. Die Emotionen in der Wolfsgrube schwappten wie kurz vor dem Siedepunkt über, und aus den Rängen donnerte im Sekundentakt ein entfesseltes „VfB! VfB!“, das die Halle bis in die Fundamente erzittern ließ. Und dann: drei Punkte in Folge, drei Momente, in denen die Halle endgültig explodierte. 15:12 – Suhl stürmt ins Finale!
Als der letzte Ball den Boden berührte, gab es kein Halten mehr: Spielerinnen fielen sich in die Arme, Fans jubelten, Tränen flossen, Trainer Laszlo Hollosy ballte die Fäuste Richtung Himmel. Ein Abend, der in die Geschichte des VfB Suhl eingehen wird.
Am 28. Februar wartet nun in Mannheim Allianz MTV Stuttgart. Der VfB-Zug rollt – und er kennt keine Bremse.Beispieltext