19 December 2025

Dresdner SC gegen VfB Suhl

113 Minuten Kampfgeist: VfB Suhl fordert Dresden bis zum letzten Ballwechsel

Was sich am 18. Dezember in der Margon Arena abspielte, war weit mehr als ein gewöhnliches Bundesligaspiel. Es war ein weiterer Beweis dafür, dass die Duelle zwischen dem Dresdner SC und dem VfB Suhl Lotto Thüringenlängst eine eigene Dramaturgie entwickelt haben. Fünf Sätze, 113 Minuten Spielzeit, knappe Entscheidungen, Emotionen auf und neben dem Feld – und am Ende ein hauchdünner 3:2-Erfolg für Dresden. 

Aus Dresdner Sicht war es die erhoffte Revanche. Acht Tage nach dem bitteren Pokal-Aus in Suhl meldete sich der DSC eindrucksvoll zurück und verteidigte seine weiße Weste in eigener Halle. Doch wer nur auf das nackte Ergebnis blickt, verpasst die eigentliche Geschichte dieses Abends: den leidenschaftlichen Auftritt des VfB Suhl, der erneut zeigte, dass er sich vor keinem Topteam der Liga verstecken muss.

Dabei begann die Partie alles andere als ideal für die Thüringerinnen. Dresden nutzte im ersten Satz konsequent seine Chancen, entschied die wichtigen „Big Points“ für sich und setzte Suhl früh unter Druck. Doch der VfB ließ sich davon nicht beeindrucken. Schon im zweiten Durchgang war zu spüren, dass dieses Team gekommen war, um mitzuhalten – und mehr. Mit verbesserter Feldabwehr, mutigem Angriffsspiel und viel Mentalität drehte Suhl den Satz und stellte auf 1:1.

Spätestens im dritten Durchgang kippte das Momentum sichtbar auf Suhler Seite. Trotz umstrittener Schiedsrichterentscheidungen blieb der VfB fokussiert, übernahm die Führung und zwang den Favoriten aus Sachsen in die Defensive. Der Lohn: die 2:1-Satzführung – ein Szenario, das in Dresden Seltenheitswert hat und die Margon Arena spürbar verstummen ließ. 

Doch ein Team wie der Dresdner SC bleibt selten lange am Boden. Mit taktischen Wechseln, frischem Schwung und der lautstarken Unterstützung der Fans kämpfte sich der Gastgeber im vierten Satz zurück. Suhl hielt lange dagegen, musste den Satzausgleich aber hinnehmen. Wieder einmal ging es zwischen diesen beiden Mannschaften in den Tiebreak – und wieder einmal lagen Spannung und Nervosität greifbar in der Luft.

Der Entscheidungssatz war sinnbildlich für das gesamte Spiel: eng, umkämpft, voller kleiner Momente, die am Ende den Ausschlag gaben. Suhl kämpfte sich nach Rückständen immer wieder heran, zeigte Moral und Glauben an die eigene Stärke. Doch in den letzten Ballwechseln hatte Dresden das Quäntchen Glück, das an solchen Abenden den Unterschied macht. Ein paar Zentimeter, eine Entscheidung, ein Block zur richtigen Zeit – und das Spiel kippte zugunsten des Heimteams.

Für den VfB Suhl bleibt trotz der Niederlage mehr als nur Frust. Die Mannschaft hat bewiesen, dass der Pokalfinaleinzug kein Zufall war und dass sie auch auswärts bei einem der Schwergewichte der Liga auf Augenhöhe agieren kann. Die Leistung war mutig, leidenschaftlich und getragen von einer klaren spielerischen Handschrift. Dass am Ende nur zwei Punkte fehlten, schmerzt – doch es ist ein Schmerz, der aus Stolz entsteht, nicht aus Enttäuschung.

Dieses Spiel war Werbung für den Volleyball, für Rivalität auf höchstem Niveau und für zwei Teams, die sich nichts schenken. Dresden feiert den Sieg, Suhl nimmt Selbstvertrauen mit. Und eines steht fest: Wenn sich diese beiden Mannschaften wieder begegnen, ist das nächste Drama bereits vorprogrammiert. Kampfgeist: VfB Suhl fordert Dresden bis zum letzten Ballwechse