30 December 2025

VfB Suhl-Einschätzung der 1. Halbserie 2025/26

Gemeinsam stark im Kopf

Warum der VfB Suhl mehr ist als nur eine Mannschaft

(Eine Analyse von G. Oßmann)

Ausgangspunkt - Ergebnisse

Mit dem Spiel des VfB Suhl gegen die Ladies Black Achen wurde in der 1. Volleyball Bundesliga der Frauen am 27. Dezember die Vorrunde beendet. Am 18. Dezember startete mit dem vorgezogenen Spiel Dresdner SC gegen dem VfB Suhl die Rückrunde. Nehmen wir bei der Betrachtung der Vorrunde, dieses Spiel außen vor. 

Der VfB Suhl belegt nach der Vorrunde einen dritten Platz mit der gleichen Punktzahl wie der Dresdner SC. Würde man das Spiel am 18. Dezember gegen den Dresdner SC in der Tabelle nicht berücksichtigen, wäre der VfB Suhl sogar mit 24 Punkten aus 10 Spielen hinter den Ligaprimus Allianz MTV Stuttgart (30 Punkten ) auf Platz zwei.

Der VfB Suhl gewann 

am 12. 10. gegen Skorios Volley Borken  3:0,

am 25.10. gegen Schwarz-Weiß Erfurt  3:0,

am 29. 10. gegen Binder Blaubären TSV Flacht  3:0,

am 15.11. gegen USC Münster  3:1,

am 27.11. gegen VC Wiesbaden  3:1,

am 14.12. gegen SSC Palmberg Schwerin  3:1,

am 21.12. gegen ETV Hamburg Volksbank  3:0,

am 27.12. gegen Ladies Black Aachen  3:2

Der VfB Suhl verlor 

am 18.10. gegen den Dresdner SC  2:3,
am 05.12. gegen Allianz Stuttgart  0:3

Getragen von den Fans: Warum Suhl zu Hause den Unterschied machte
Der Team aus Thüringen musste gegen die vermeintlich leichteren Gegner auswärts antreten. Die Mannschaften im Mittelfeld wie Münster, Wiesbaden, Aachen und Schwerin als amtierender Deutscher Meister wurden in der heimischen Halle in Suhl empfangen. Hier konnte der VfB Suhl mit Unterstützung ihrer euphorischen Fans die Heimstärke nutzen. 

Schwere Wege, große Bühne: Warum die Rückrunde den Charakter des VfB Suhl zeigen wird

In der Rückrunde sind die Ansetzungen umgekehrt, Heimrecht und Auswärtsspiel wechseln. Die Mannschaft muss nach Münster, Wiesbaden, Schwerin, Aachen. Das Auswärtsspiel beim Dresdner SC am 18. 12. zeigte, dass die Trauben etwas höher hängen, obwohl die Spielerinnen des VfB Suhl durch eine kämpferische Leistung nur knapp mit 3:2 verloren. Neben den Gegenern aus dem unteren Drittel der Tabelle zu Hause hat der VfB Suhl das Heimspiel am 22.02.26 gegen die spielstarke Mannschaft von Allianz MTV Stuttgart. Das ist eine Woche vor dem Pokalfinale in Mannheim gegen das gleiche Team. 

Reif für die große Bühne: VfB Suhl im Pokalfinale und weiter auf Europakurs

Das die Spielerinnen des VfB Suhl auf Top-Niveau spielen können zeigt die Finalteilnahme am Pokalfinale in Mannheim. Die Frauen des VfB Suhl gewann gegen TSV Flacht mit 3:0, gegen Borken 3:0 und gegen den Dresdner SC 3:2.
Ergänzend muss noch hinzugefügt werden, dass die Thüringerinnen eine Runde im CEV-Pokal weiter sind. Gegen die Mannschaft aus Rumänien-Dynamo Bukarest-wurde in Suhl 3:1 gewonnen, jedoch in Bukarest unterlag das Team mit 3:2. Auf Grund der größeren Anzahl an Satzgewinnen (5:4) zog die Mannschaft aus Thüringen in die nächste Runde. 


Analyse der Vorrunde 2025/26 – VfB Suhl - Lotto Thüringen

Die Vorrunde der 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen hat eindrucksvoll gezeigt, dass VfB Suhl - Lotto Thüringen sportlich wie strukturell einen klaren Schritt nach vorn gemacht hat. Die Mannschaft präsentierte sich über weite Strecken stabil, mutig und konkurrenzfähig – nicht nur im nationalen Vergleich, sondern auch auf internationalem Parkett.

Konstanz statt Ausreißer – das große Plus der Vorrunde

Das zentrale Merkmal der Suhler Vorrunde ist die neu gewonnene Konstanz. Während es in den vergangenen Spielzeiten immer wieder starke Einzelauftritte gab, fehlte häufig die Reproduzierbarkeit über mehrere Spiele hinweg. Genau hier setzte das Trainerteam um Cheftrainer László Hollósy an – mit Erfolg.

Die Analyse der einzelnen Spielberichte auf zeigt deutlich: Suhl gewann nicht nur die Spiele, die man gewinnen musste, sondern forderte auch die Topteams der Liga auf Augenhöhe. Siege gegen direkte Konkurrenten, gepaart mit respektablen Auftritten gegen Favoriten wie Schwerin oder mit Abstrichen Stuttgart, sorgten für eine stabile Tabellenposition im oberen Mittelfeld.

Entwicklung der Mannschaft – sichtbar von Spiel zu Spiel

Auffällig war die stetige Weiterentwicklung innerhalb der Vorrunde. In den ersten Spielen noch gelegentlich fehleranfällig in Annahme und Aufschlag, präsentierte sich das Team mit zunehmender Spieldauer deutlich abgeklärter. Besonders im Sideout-Spiel und in der Block-Feldabwehr war eine klare Steigerung erkennbar.

Mehrere Spiele kippten zugunsten des VfB, weil das Team in engen Satzphasen die Nerven behielt – ein Punkt, der in den Spielanalysen mehrfach hervorgehoben wurde. Diese mentale Stabilität ist kein Zufallsprodukt, sondern Ergebnis klarer Abläufe, fester Rollenverteilungen und eines spürbar gewachsenen Teamgefüges.

Die "Wolfsgrube" als Faktor

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt der Vorrunde war einmal mehr die Heimstärke. Die "Wolfsgrube" entwickelte sich erneut zu einem echten Standortvorteil. In mehreren Heimspielen gelang es dem VfB, durch Druck von Beginn an den Ton anzugeben und Gegner früh aus dem Rhythmus zu bringen. Die enge Halle, die Nähe zu den Fans und die spürbare Emotionalität wirkten wie ein zusätzlicher Spieler auf dem Feld.

Internationale Bewährungsprobe bestanden

Ergänzend zur Bundesliga-Vorrunde muss der internationale Erfolg ausdrücklich erwähnt werden: Der VfB Suhl steht eine Runde weiter im CEV-Pokal. Dieses Weiterkommen ist nicht nur sportlich wertvoll, sondern auch ein starkes Signal nach außen.

Gerade im internationalen Vergleich zeigte sich, wie belastbar die Mannschaft inzwischen ist. Trotz Reisestress und hoher Intensität gelang es dem Team, Leistung abzurufen und entscheidende Momente für sich zu nutzen. Der CEV-Pokal-Auftritt unterstreicht, dass Suhl längst kein reiner Bundesliga-Mittelständler mehr ist, sondern sich zunehmend als ernstzunehmende Adresse im europäischen Volleyball etabliert.

Zwischenfazit mit Perspektive

Unterm Strich ist die Vorrunde des VfB Suhl - Lotto Thüringen als sehr gelungen zu bewerten. Das Team hat sich sportlich stabilisiert, taktisch weiterentwickelt und mental gefestigt. Die Mischung aus mannschaftlicher Geschlossenheit, klarer Spielidee und wachsender individueller Verantwortung trägt sichtbar Früchte.

Mit dem Rückenwind aus der Bundesliga und dem Weiterkommen im CEV-Pokal geht der VfB nun mit berechtigtem Selbstvertrauen in die zweite Saisonhälfte. Die Vorrunde war kein Zufallsprodukt – sie war das Ergebnis konsequenter Arbeit unter Anleitung eines . strategisch klar ausgerichteten Trainerteams mit einem charismatischen, fachlich herausragenden Cheftrainer an der Spitze. Und genau das gibt Hoffnung auf eine ebenso ambitionierte wie erfolgreiche Fortsetzung der Saison.



Ausblick auf die letzten neun Ligaspiele und das Pokalfinale

Die Ausgangslage für VfB Suhl - Lotto Thüringen ist außergewöhnlich – sportlich wie emotional. Nach einer starken Vorrunde steht das Team im oberen Tabellendrittel und hat sich gleichzeitig für das Pokalfinale qualifiziert. Die Zahlen und Fakten unterstreichen: Das bisher Erreichte ist kein Zufall, sondern das Resultat klarer Entwicklung und mutiger Spielidee

Die restlichen neun Ligaspiele – ein echter Härtetest

Die Rückrunde wird anspruchsvoller als die Vorrunde. Viele der direkten Konkurrenten, die Suhl in der Wolfsgrube bezwingen konnte, warten nun auswärts. Spiele in Münster, Wiesbaden, Schwerin und Aachen werden darüber entscheiden, ob der VfB seinen Platz in der Spitzengruppe verteidigen oder sogar ausbauen kann.

Der Schlüssel wird darin liegen, die Heimstärke in eine neue Auswärtsreife zu überführen. Das knappe 2:3 in Dresden hat gezeigt, dass Suhl auch in fremder Halle auf Augenhöhe agieren kann – aber eben noch nicht konstant genug, um solche Spiele zu ziehen. Gelingt es, diese Leistung zu stabilisieren, sind realistisch sechs bis sieben Siege aus den verbleibenden neun Partien möglich.

Das Heimspiel gegen Stuttgart – mehr als nur ein Ligaspiel

Besondere Brisanz trägt das Heimspiel gegen Allianz MTV Stuttgart am 22. Februar. Eine Woche vor dem Pokalfinale kommt es zur Generalprobe gegen den Ligaprimus. Dieses Spiel ist sportlich wichtig, psychologisch aber noch wertvoller.

Suhl hat hier die Chance, Stuttgart unter Wettkampfbedingungen zu studieren, eigene Varianten zu testen und gleichzeitig ein Zeichen zu setzen: Wir sind bereit. Selbst ein Satzgewinn oder ein enger Spielverlauf könnte für das Selbstverständnis der Mannschaft enorm wichtig sein.

Pokalfinale in Mannheim – die große Bühne

Das Pokalfinale in Mannheim ist bereits jetzt ein Meilenstein. Dass der VfB auf dem Weg dorthin mit Dresden einen der Topfavoriten ausgeschaltet hat, spricht für die mentale Stärke dieser Mannschaft. Gegen Stuttgart wird Suhl nicht der Favorit sein – und genau darin liegt die Chance.

Um im Finale bestehen zu können, braucht es:

  • maximale Aufschlagqualität, um Stuttgart aus dem schnellen Spielaufbau zu bringen
  • mutige Entscheidungen im Angriff, auch auf Kosten einzelner Fehler
  • eine kompromisslose Block-Feldabwehr, die Ballwechsel verlängert und Emotionen entfacht

Je länger das Spiel offen bleibt, desto größer wird der Druck auf den Favoriten – und desto stärker kann Suhl seine mannschaftliche Geschlossenheit ausspielen.

Was jetzt entscheidend ist

Damit der VfB Suhl weiter auf der Erfolgsspur bleibt, braucht es vor allem drei Dinge:

  1. Stabilität im Kopf – auch nach Rückschlägen nicht vom eigenen Plan abweichen
  2. Rotation mit Augenmaß – Belastungssteuerung zwischen Liga, Pokal und internationalem Wettbewerb
  3. Mut zur eigenen Identität – aggressiv, emotional, geschlossen

Der VfB Suhl hat sich in dieser Saison Respekt erarbeitet. Die letzten Wochen bieten nun die Chance, daraus etwas noch Größeres zu machen: eine Platzierung in der Ligaspitze – und vielleicht einen Pokalabend, der Vereinsgeschichte schreibt.