12 October 2025

Skurios Volleys Borgen gegen VfB Suhl

Ein Neubeginn voller Emotionen: Suhl stoppt Borkens Bundesligatraum – und schreibt selbst weiter Geschichte

Es war ein Sonntag, der sich für viele in Borken wie ein kleines Volleyballmärchen anfühlte. Die Skurios Volleys hatten die Tage heruntergezählt, jede Trainingseinheit, jede Besprechung, jedes Detail auf diesen Moment ausgerichtet: ihr erstes Spiel in der Volleyball-Bundesliga. Und als es dann endlich so weit war, bebte die ausverkaufte Mergelsbergsporthalle. Auf der anderen Seite des Netzes stand kein geringerer Gegner als der VfB Suhl Lotto Thüringen – ein Verein, der seit 22 Jahren ununterbrochen im Oberhaus spielt und dem Volleyball in Thüringen ein eigenes Kapitel der Sportgeschichte geschenkt hat.

Beide Teams hatten ihre Testspiele gewonnen, beide starteten mit breiter Brust in die neue Saison. Doch Gemeinsamkeiten endeten hier. Während Suhl mit all seiner Erfahrung auflief, betrat Borken Neuland – getragen von Aufbruchstimmung, Euphorie und der Energie eines ganzen Vereins, der diesem Moment entgegengefiebert hatte. Die Atmosphäre war elektrisierend, und den Gästen aus Suhl dürfte sie an die eigenen Anfänge erinnert haben, an jenen Oktober 2003, als die Wolfsgrube aus allen Nähten platzte und der Bundesligatraum Wirklichkeit wurde.

Doch Suhl war nicht gekommen, um Geschenke zu verteilen – das entspricht weder ihrem Anspruch noch der Mentalität ihres ehrgeizigen Cheftrainers Laszlo Hollosy. Er schickte eine Mischung aus erfahrenen Kräften wie Kapitänin Roosa Laakkonen, Laura Berger und Lara Nagels sowie den Neuzugängen Monika Brancuska und Mackenzie Foley aufs Feld. Besonders Brancuska zeigte von Beginn an, warum sie sich im Training durchgesetzt hatte: wuchtige, clevere Angriffe, oft punktgenau, manchmal überraschend – aber immer wirkungsvoll.

Schon der 5:1-Start der Suhlerinnen machte klar, dass hier ein erfahrener Bundesligist den Ton angab. Präzise Aufschläge, stabile Abwehr, cleveres Stellungsspiel – Suhl zog seine Linie durch und sicherte sich den ersten Satz mit 25:17. Für Borken war es Liza Kastrup, die mit dem allerersten Bundesligapunkt der Vereinsgeschichte ein kleines Stück Unsterblichkeit erlangte.

Der zweite Satz allerdings brachte Unruhe. Ein medizinischer Notfall in der Halle sorgte für einen Moment des Innehaltens, der beiden Teams sichtbar zusetzte. Suhl verlor kurz den Faden, Borken kam von 10:14 auf 12:14 heran, und Hollosy kassierte zunächst Gelb, dann Rot. Doch genau in dieser Phase zeigte sich die Erfahrung des VfB: Ruhe finden, neu sortieren, Herz in die Hand nehmen. Mit starken Hinterfeldangriffen und der Durchschlagskraft von Brancuska zogen die Thüringerinnen wieder davon und holten auch Satz zwei.

Im dritten Durchgang stemmte sich Borken mit aller Leidenschaft gegen die drohende Niederlage, kämpfte sich von 16:22 auf 18:22 und später sogar auf 21:24 heran. Die Halle stand Kopf, jeder Punkt fühlte sich wie ein kleines Beben an. Doch Suhl blieb cool, setzte die entscheidenden Akzente und gewann schließlich mit 3:0 – ein Ergebnis, das klar wirkt, aber der Intensität dieses Premierenduells kaum gerecht wird.

„Wir haben nicht unser bestes Volleyball gezeigt, einige müssen sich erst an die Bundesliga gewöhnen. Aber entscheidend sind die drei Punkte“, fasste Hollosy zusammen.

Ein Satz, der nüchtern klingt – aber viel Wahrheit in sich trägt. Denn an diesem Tag wurde Geschichte geschrieben: Borken mit seinem ersten Bundesligaspiel, Suhl mit einem Sieg, der zeigt, dass Routine und Leidenschaft ein unschlagbares Duo sein können.

Eieubeginn voller Emotionen: Suhl stoppt Borkens Bundesligatraum – und schreibt selbst weiter Geschicht